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Augenkrankheiten

Ein erhöhter Blutzuckerwert kann langfristig die Blutgefäße der Netzhaut schädigen. Dabei können Gefäße der Netzhaut sich verschliessen, neu bilden, andere werden brüchig und porös. Dies führt langfristig zu Sehstörungen und Verlust der Sehschärfe. Aus diesem Grund ist eine frühzeitige und vor allem regelmäßige Kontrolle des Augenhintergrundes erforderlich.

kongenital/erworben

Entropium/Ektropium/Ptosis

Schielen ist kein „Schönheitsfehler“, sondern eine ernst zu nehmende Erkrankung des Sehsystems, das nicht nur im Kindesalter, sondern auch im Erwachsenenalter vorkommen kann. Es gibt eine Reihe von „Schielarten“, die jeweils einer genauen Diagnostik in der Orthoptik bedarf.

Schielen bedeutet eine Fehlstellung der Augen, die vielfach in den ersten Lebensmonaten auftritt oder auch später im Kindes- oder Erwachsenenalter erworben werden kann. Diese Fehlstellung kann horizontal, vertikal und/oder torsional ausgeprägt sein. Das Schielen kann manifest oder latent vorhanden sein. Zusätzlich können abnorme Kopfhaltungen ebenfalls mit einem angeborenen oder erworbenen Schielen auftreten.

Es gibt viele mögliche Ursachen von Schielen. Diese können allein nur eine unkorrigierte Fehlsichtigkeit sein, aber auch die Folge einer einseitigen Linsentrübung oder andere organische Erkrankungen der Augen sowie Hirnerkrankungen sein. Auch im Erwachsenenalter kann das Schielen noch bestehen oder erworben werden, meist infolge von weiteren Erkrankungen oder Unfällen, die zu Augenbewegungsstörungen führen.

Bei einem einseitigen Schielen im Kindesalter ist das frühzeitige Entdecken der Störung von äußerster Wichtigkeit, denn es kann sich eine Sehschwäche des schielenden Auges entwickeln. In den ersten Lebensjahren wird das Sehen noch „gelernt“. Wird in der Phase der Seheindruck des schielenden Auges vom Gehirn unterdrückt, kann sich dieses nicht weiter entwickeln und wird sehschwach (amblyop).

Schielen bedeutet ebenfalls eine Einschränkung des beidäugigen Sehens. Eine Verarbeitung der beiden Seheindrücke zu einem Bild mit entsprechender Tiefenwahrnehmung (3D Sehen) ist nicht mehr möglich. Allerdings gibt es noch andere, mindere Qualitäten des beidäugigen Sehens, die im Alltag von enormer Wichtigkeit sind und Vorteile bringen.

Die Therapie des Schielens besteht häufig in der Verordnung einer Brille. Damit wird zunächst errreicht, dass beide Augen eine scharfes Netzhautbild erhalten, andererseits kann diese Korrektur auch positive Auswirkungen auf die Augenstellung haben und dabei auch förderlich für eine verbesserte beidäugige Wahrnehmung sein.

Des Weiteren muss abgeklärt werden, inwieweit trotz optimaler optischer Korrektur eine Sehschwäche vorliegt. Wenn das der Fall ist, ist seit Jahrzehnten die Therapie der Wahl das Abkleben mittels spezieller Augenpflaster des besser sehenden Auges im individuellen Rhythmus erforderlich.

In einigen Fällen können auch kleine Schielwinkel mittels Prismen zu einer verbesserten Funktion der Beidäugigkeit führen.

Langfristig kann auch eine Augenmuskel-Operation erforderlich sein, die ebenfalls langfristig funktionelle Vorteile für den Patienten bringt.

Rund 30 bis 40% aller Patienten, die zur neurologischen Rehabilitation, z. B. nach Schlaganfall oder Hirnblutungen, Hirntumore etc., anstehen, weisen Sehstörungen verschiedenster Arten auf. Häufig handelt es sich dabei zentrale Ausfälle des Gesichtsfeldes, welche die Sehschärfe herabsetzen, und flächenhafte periphere, insbesondere halbseitige Ausfälle im Gesichtsfeld, welche die Orientierung im Raum erschweren. Daneben sind durch Lähmung oder Vernarbung entstandene Störungen der Augenbewegungen, Augenzittern, Störungen der beidäugigen Zusammenarbeit sowie Schwindel zu nennen. Die Lesefähigkeit kann sowohl durch einen zentralen, als auch durch einen halbseitigen Gesichtsfelddefekt, durch Augenbewegungsstörungen, Störungen in der Zusammenarbeit beider Augen oder durch Schwindel behindert sein.

Diese durch Schäden in der Sehbahn des Gehirns entstandenen Defekte im Gesichtsfeld, die meist beide Augen betreffen, sind nicht selten: 20-30% aller neurologischen Reha-Patienten sind hiervon betroffen. Da bei Schäden der Sehbahn die Gesichtsfelder beider Augen in der gleichen Hälfte befallen sind, stellt diese Störung, der häufigste aller Ausfalltypen, eine ernste, vital bedrohliche Einschränkung der Orientierung dar. In vielen Fällen geht hiermit auch eine Behinderung des Lesevermögens einhe. Damit ist eine erhebliche Minderung der Lebensqualität verbunden.

Die Wiedererlangung einer Sehleistung in zuvor ausgefallenen Partien des Gesichtsfeldes wird bei Schädigungen beobachtet, die für gewisse Zeit einen Basisstoffwechsel zulassen, wie bei Tumorkompression oder entzündlichen bzw. die Markscheiden betreffenden Erkrankungen des zentralen Nervensystems. Bei Gewebsuntergang durch Unterbrechung der Blutzufuhr bessert sich in der Regel mit Abklingen des frischen Ödems nur die Stoffwechsellage in der Randpartie des Infarktes. Eine Erholung der Funktion über diesen Effekt hinaus, wie nach tierexperimentellen Studien denkbar, dürfte eher selten vorkommen. Beim Menschen konnte eine solche Regeneration bisher nicht oder in begrenztem Umfang klinisch nachgewiesen werden, begünstigt durch eine Restfunktion im befallenen Halbfeld.

Ein „Kompensationstraining“ lehrt den Patienten durch Augenbewegungen die Kontrolle über das ausgefallene Gesichtsfeld wieder zu erlangen. Mittels der Registrierung von Augenbewegungsmustern ließ sich zeigen, dass Patienten mit solchen Ausfällen im Gesichtsfeld eine typische Störung ihrer Suchstrategien der Augenbewegungen aufweisen. Durch ein gezieltes Training lassen sich diese Strategien nachweislich signifikant verbessern. Somit wird eine Wiedereingliederung in den Alltag und dessen Bewältigung deutlich verbessert. Erleichtert werden auch die Lesefähigkeit und die Orientierung im Raum. Die nun wieder mögliche rechtzeitige Erkennung von Objekten in der ausgefallenen Hälfte des Gesichtsfeldes vermindert die Unfallgefahr; die Wiedererlangung der Lesefähigkeit steigert die Lebensqualität. Die positive Wirkung eines solchen Trainings wurde durch eine weitere Forschergruppe bestätigt. Das Training okulomotorischer Suchstrategien fördert zusätzlich höhere kognitive Fähigkeiten, die das erneute Erkennen komplexer Bilder beschleunigt. Ob ein solches Training gar die Fahreignung wieder herstellen kann, muss individuell entschieden werden.

Die neurovisuelle orthoptische Rehabilitation steht in Deutschland nicht durchgängig stationär und ambulant zur Verfügung. Es fehlt dem Patienten zumindest nach der Entlassung aus der Akutklinik oder Rehabilitationsbehandlung in aller Regel eine weitere fachspezifische Betreuung. Deshalb haben wir uns vorgenommen, eine visuelle Rehabilitation für unseren Raum einzuführen. Wir wollen den Betroffenen das Ausmaß ihrer Einschränkung zum Bewusstsein bringen und ihnen zugleich helfen, mit dieser Behinderung besser umzugehen. Hierzu gehören zunächst die gründliche Diagnostik in morphologischer, sensorischer und motorischer Hinsicht und die Prüfung der Motivation zur Behandlung. Danach richten sich die individuell geeigneten Trainingsmethoden. Die Übungen zielen darauf ab, die Sicherheit im freien Raum, die Sehqualität und -quantität sowie das Lesevermögen zu verbessern. Gewisses Schulungsmaterial kann man dem Patienten ggf. für ergänzende eigenständige Übungen mit nach Hause geben. Ebenfalls werden Computerübungen empfohlen. Bei weiteren Kontrollsitzungen lässt sich der Fortschritt überprüfen, Fehler korrigieren und das Training anpassen.

Zusätzliche Schwierigkeiten wie Einschränkungen der Augenbewegung, Halbseitenlähmung oder Sprachstörungen müssen gesondert berücksichtigt sein.

Zentrale Defekte im Gesichtsfeld entstehen häufig durch Narben in der Netzhautmitte, z. B. bei der altersbedingten „Makula-Degeneration“, oder auch durch Schäden im peripheren Sehnerv. Sie verursachen eine massive Herabsetzung der Sehschärfe, ohne zu Beginn die Orientierung im freien Raum zu sehr zu behindern. Eines der größten Probleme ist dabei der Verlust an Lesevermögen. Mit den verschiedenen Techniken lässt sich der Lesestoff auf optischem oder elektronischem Wege vergrößern. Wir bestimmen zunächst mit optimaler Korrektur die Sehschärfe für die Ferne und Nähe, das Gesichtsfeld und den erforderlichen Bedarf an Vergrößerung. Davon hängt die geeignete Versorgung mit Hilfsmitteln ab. Das beidäugige Sehen und die Beweglichkeit der Augen sind weitere Faktoren, welche die Lesefähigkeit beeinflussen und daher geprüft werden müssen. Schließlich kann mit besonderen Übungen und flankierenden Maßnahmen das Lesevermögen noch weiter verbessert werden. Die Besserung des Lesevermögens lässt sich natürlich recht einfach nachweisen, einmal durch die Größe des bewältigten Textes, zum zweiten durch die Lesegeschwindigkeit.

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Zwischen dem 10.06.2024 bis einschl. 21.06.2024 bleibt unsere Augenarztpraxis geschlossen.

Vertretung:

Dr. med. Michael Schweer, FA f. Augenheilkunde, Winsener Str. 3-5, 21271 Hanstedt,
Tel.: 04184 – 89 24 50