Vorsorgeprogramm

Sie können viel für sich und Ihre Augen tun. Eine schleichende Sehminderung durch eine fehlende oder falsche Brille kann sich unbemerkt entwickeln, im Straßenverkehr jedoch gefährlich werden. Darüber hinaus gibt es einige Augenkrankheiten, die das Sehen langfristig bedrohen, ohne dass man zunächst etwas davon spürt, wie z.B. das Glaukom (im Volksmund „Grüner Star“). Ein weiteres Problem stellt die im Kleinkindesalter unauffällig beginnende Sehschwäche dar. Solche Risiken kann nur der Augenarzt aufdecken.
Rechtzeitig können wir Ihnen allerdings nur dann helfen, wenn Sie sich vorsorglich untersuchen lassen, d.h. ohne Beschwerden. Hierfür bieten wir Ihnen ein individuelles Programm an. Diese Vorsorge darf nach dem aktuellen Sozialgesetz nicht von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen werden. Wir können sie daher nicht über Ihre Krankenkasse abrechnen und es ist ihnen untersagt, Ihnen diese Kosten zu erstatten. Nur das Vorgespräch, die Beratung und ggf. einen Brief an Ihren Hausarzt berechnen wir der Kasse. Es liegt nun ganz in Ihrer Verantwortung, sich für die eigene Gesundheit und die Ihrer Kinder zu entscheiden. Die Kosten für eine vorsorgliche Untersuchung richten sich ganz nach dem gewünschten Umfang. In einer Broschüre erfahren Sie weitere Details. Sollten sich krankhafte Befunde ergeben, so übernimmt wieder Ihre Krankenkasse die Kosten für weitere notwendige Schritte. Falls Sie Sehstörungen bzw. Schmerzen fühlen oder ernste Augenkrankheiten hatten, kommen ebenfalls die Kassen für Sie auf.

Die verschiedenen Stufen des Augen-Checks:

Basis-Check
Hierzu gehört ein gründliches Gespräch über Ihr Sehen und Ihre allgemeine Gesundheit. Darauf messen wir Ihre Sehschärfe und bestimmen die Brechkraft Ihrer Augen und Ihrer Brille, falls vorhanden. Dann prüfen wir die Beweglichkeit der beiden Augen. Mit dem Mikroskop werden die verschiedenen Augenabschnitte untersucht. Schließlich sollte noch der Augeninnendruck gemessen werden. Mit einer alleinigen Druckmessung könnte ein Glaukom mit der Ihnen zustehenden Sicherheit weder bestätigt, noch ausgeschlossen werden. Erst nach dem Vergleich mit Ihrem persönlichen allgemeinen und augenärztlichen Befund können wir Sie wirklich beruhigen. Bei Bedarf werden wir Ihnen weitere Untersuchungen empfehlen. Den Teilbereich der Glaukomvorsorge bieten wir auch als separate Leistung an (s. auch Glaukom). Zur Sicherheit sollte die Glaukomvorsorge mit Messung der Hornhautdicke ergänzt werden, meist nur einmalig erforderlich.

Netzhaut-Check
Die nächste Stufe umfasst die Inspektion der Netzhaut bis zu ihrem äußersten Rand. Dies ist nur mit erweiterter Pupille möglich ist und lässt z.B. Vorstufen einer Netzhautablösung sichtbar werden. Hierzu ist in den meisten Fällen ein weiterer Untersuchungstermin erforderlich. Am besten gelingt diese Untersuchung mit dem Mikroskop und mit Hilfe einer Linse, die unter Tropfbetäubung schmerzfrei dicht vor das Auge gebracht wird. Damit kann nicht nur die Peripherie der Netzhaut, sondern auch das Zentrum einschließlich der Sehnerven räumlich betrachtet werden, was besonders hilfreich zum Ausschluss von Frühschäden durch ein Glaukom ist. Dann wird der Kammerwinkel angesehen, in welchem der Abfluss des Kammerwassers erfolgt, womit sich seine Bedeutung für das Glaukom erklärt. Nach der Untersuchung sind Sie für 2 – 3 Stunden in Ihrem Sehen eingeschränkt, empfindlich gegenüber Blendung und können Ihr Auto nicht selbst nach Hause steuern.

Wenn sich eine sichtbare und kontrollbedürftige Gewebsveränderung am vorderen oder hinteren Augenabschnitt findet, kann diese mit einem Foto festgehalten werden (Fotodokumentation). Nur so lassen sich kleinste Veränderungen im Verlauf zuverlässig erfassen. Beim Glaukomverdacht oder bei einem tatsächlich vorhandenen Glaukom empfiehlt sich eher eine präzise Vermessung des Sehnervenkopfes (Papillenanalyse). Bei fraglichen Veränderungen der Netzhautmitte oder bei unklarer Sehstörung lässt sich die Netzhautmitte mit dem Laserscanner bzw. dem OCT vermessen (Netzhautanalyse). Damit kann eine krankhafte Flüssigkeitsansammlung auch ohne Einspritzung eines Farbstoffes entdeckt werden.

Gesichtsfeld-Check
Noch sicherer können Sie nach einer zusätzlichen Untersuchung Ihres Gesichtsfeldes sein. Hierbei wird das seitliche, indirekte Sehen geprüft. Ein Computer steuert den Untersuchungsgang und druckt den Befund aus. Hierdurch können wir nicht nur Störungen finden, die im Auge selbst liegen. Auch der Sehnerv kann betroffen sein, oder gar die Sehbahn bis zur Sehrinde im Hinterkopf. Auf diese Weise lassen sich nicht nur unbemerkte Schäden durch den grünen Star („Glaukom“), sondern auch verschiedene Erkrankungen im Inneren des Schädels ausschließen. Im Alltag kann eine Einschränkung des Gesichtsfeldes gefährlich werden, z.B. für Autofahrer. Zu einer abgesicherten Aussage kommt man allerdings nur dann, wenn man die erhobenen Befunde zu dem Zustand der übrigen Augengewebe und zur individuellen Situation in Beziehung setzt.

Nachtsehen
Wie gut sehen Sie in der Dämmerung und bei Nacht, auch unter Blendung? Wir untersuchen gerne, wie sich Ihre Augen an solche Bedingungen anpassen. Bei Störungen dieser Fähigkeit kann oftmals geholfen werden, von einer etwas stärkeren Brille, die Ihnen besonders in der Dämmerung zugute kommt, bis hin zur Operation eines störenden grauen Stars („Katarakt“).

Farbensehen

Können Sie oder Ihre Angehörigen alle Farben richtig unterscheiden? Sind Sie fit für Berufe oder Hobbys, bei denen dies wichtig ist? Immerhin hat jeder 10. männliche Mitmensch eine angeborene Farbsinnstörung. Die später erworbenen, z.B. durch schädigende Stoffe, Medikamente oder durch Erkrankungen von Netzhaut und Sehnerv, kommen bei Frauen wie Männern noch dazu. Mit speziellen Farbtafeln finden wir solche Störungen. Der Schweregrad lässt sich bei Bedarf durch Analyse an einem Farbenmischgerät messen. Weitere augenärztliche Untersuchungen zur Bewertung der Eignung für verschiedene Tätigkeiten finden Sie unter Gutachten.

Schielen und Sehschwäche bei Kindern
Die Grundlagen der Entwicklung des kindlichen Sehens finden Sie unter Sehschule, Kinder-Augenheilkunde. Nur bei Früherkennung und Behandlung gelingt es in den meisten Fällen, eine Sehschwäche zu heilen, oftmals sogar ein wertvolles beidäugiges Sehen zu erreichen. Diese Fähigkeiten könnten für die spätere Berufswahl Ihres Kindes von großer Bedeutung sein. Schäden durch verspäteten Beginn der Behandlung lassen sich nur noch teilweise oder nicht mehr beeinflussen. Die augenärztlichen Fachgesellschaften empfehlen eine solche Vorsorge gerade für Kinder aus Familien mit Brechungsfehlern oder gestörtem beidäugigem Sehen mit spätestens 6 Lebensmonaten, mit 3-4 Lebensjahren, vor der Einschulung und danach individuell nach Maßgabe.

Top