Neue Verfahren und Projekte

Die Betreuung von Glaukompatienten ist seit jeher eines unserer wichtigsten Themen. So gehören wir in der FOCUS-Liste der TOP Mediziner zu den 20 Glaukomspezialisten Deutschlands, jetzt wieder aktuell bestätigt. Daher liegt hier auch einer unserer Studien-Schwerpunkte.

Gesichtsfelduntersuchung
Die Erkennung und Ausmessung von frühesten Veränderungen im Gesichtsfeld, bevorzugt bei Glaukom-Patienten, ist eines unserer wichtigsten Anliegen, die wir nun mit einem neuen Gerät (HEP) zuverlässig durchführen können. Die Untersuchung ist anstrengend, da der gesamte Bildschirm wechseln stark flimmert. Diese hochwertigen Befunde können gemeinsam mit denen der Sehnervenvermessung bildhaft dargestellt werden. Hierüber haben wir mehrfach publiziert, zuletzt im Juli auf dem Welt-Glaukom-Kongress in Vancouver, Kanada vorgetragen. Diese Sonderleistung bieten wir noch ohne Zuzahlung an.

Weitere Verfahren zur Erfassung des Glaukoms
Eine aufgehellte atrophische Gewebszone um den Sehnerv herum („Betazone“) wird seit langem als ein nicht ganz zuverlässiges Glaukomzeichen diskutiert. Eine exakte Messung war bisher allerdings nur schwer möglich. Mit einem Zusatzmodul des Scanners zur Messung des Sehnervs („HRT“) hat eine unserer Doktorandinnen diese Zone vermessen und ist dabei, diese in ihrem zeitlichen Verlauf zu analysieren. Ihre Daten korrelieren wir mit weiteren Augenbefunden und Risikofaktoren. Davon erwarten wir eine klarere Aussage zum Vorhersagewert dieser so häufig vorhandenen Struktur im Auge.

Behandlung des Glaukoms
Neben der individuellen Behandlung mit Augentropfen steht uns jetzt die „Selektive Laser-Trabekelregeneration“ zur Verfügung. Dieser neue Laser erreicht ohne irgendwelche Nebenwirkungen und Gefahren in ca. 80% eine gute Drucksenkung und übertrifft die frühere „Argonlaser-Trabekuloplastik“. Unsere guten Erfahrungen decken sich mit denen aller verfügbaren Publikationen.

Vergrößernde Sehhilfen (Frau Nootbaar, Augenoptikerin):
Unsere Sehschwachen-Sprechstunde hat jetzt einige neue elektronisch vergrößernde Systeme, Kantenfiltergläser und spezielle Sehproben zur Messung des Kontrastsehens zur Verfügung.

Orthoptik (Frau Verlohr, Orthoptistin):
Mit Einführung der zusätzlichen Augenuntersuchung bei älteren Kindern, der U7a, ist nicht mehr mit einer fachärztlichen Augenvorsorge bei Kindern zu rechnen. Das Bundesministerium hat sich gegen die Wünsche der Kinder- und Jugendärzte, Augenärzte und Orthoptistinnen hinweg gesetzt, die eine fachlich kompetente Vorsorge als Krankenkassenleistung gefordert haben. Die Augenvorsorge beim Kinderarzt erreicht nicht das Qualitätsniveau einer augenärztlich-orthoptischen Untersuchung. Damit erhalten Eltern nur eine “Scheinsicherheit”, ob ihr Kind gut sehen kann. Wir möchten jedoch unseren kleinen Patienten weiterhin eine umfassende, fundierte Vorsorge der Augen ermöglichen. Allerdings dürfen wir diese Vorsorge nur als Sonderleistung anbieten.

Für die Messung der Brechkraft der Augen (Kurz- Weitsichtigkeit, Hornhautverkrümmung) steht uns jetzt ein neues automatisches Gerät zur Verfügung, welches bei den Kleinkindern eine bessere Akzeptanz und damit auch noch bessere Ergebnisse liefern dürfte (“Retinomax”). Im Vergleich zu dem bei Kinderärzten angebotenen Untersuchung der Brechkraft bietet dieses Gerät sehr viel zuverlässigere Ergebnisse, auch bei nicht medikamentöser Weitstellung der Pupillen. D. h. jedoch nicht, dass es die Messung der Brechkraft unter medikamentöser Weitstellung der Pupillen ersetzt.

Für die Einschätzung der visuellen Kompetenz neurologischer Patienten mit erworbenen Hirnschäden und daraus resultierenden Einschränkungen ihres Gesichtsfeldes hatten wir bereits vor 9 Jahren einen speziellen visuellen Reaktionstest entwickelt. Mit diesem bisher weltweit einzig bekannten Verfahren können wir zum einen die Gefährdung der Patienten im Alltag messen und den Bedarf an Maßnahmen zur Rehabilitation abschätzen. Zum anderen lassen sich die Erfolge und die Nachhaltigkeit des Trainings kontrollieren (s. Visuelle Rehabilitation). Seit Mitte 2014 steht uns nun eine professionalisierte Version des Testes mit dem Namen „VisioPercept“ zur Verfügung.
Zur Rehabilitation bieten wir unseren derartig betroffenen Patienten ein konventionelles Reha-Programm oder alternativ ein computerbasiertes Programm an („VisioCoach“), mit welchem sie systematisch zu Hause üben können. Mit den Ergebnissen sind wir oftmals sehr zufrieden. In einzelnen Fällen erreichen diese Patienten eine solche Fertigkeit, dass sie sogar wieder eine bedingte Sonderzulassung für den Straßenverkehr beantragen können. Auch hierüber haben wir mehrfach publiziert.

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