Sehbehinderung

Der in unserem Lande häufigste Grund für eine hochgradige Sehstörung oder gar Blindheit ist die altersbedingte Vernarbung der Netzhautmitte („Makuladegeneration“). Diese zuweilen schleichend oder in Schüben fortschreitende Krankheit kann die Lesefähigkeit frühzeitig behindern, da bevorzugt das Zentrum im Gesichtsfeld geschädigt wird.
Für die „trockene Form“ gibt es spezielle Vitaminkapseln zum Einnehmen, welche die Verschlechterung verlangsamen sollen.
Bei der „feuchten Form“ kann ebenfalls geholfen werden: Seit einigen Jahren stehen verschiedene Medikamente zum Einspritzen in das betroffene Auge zur Verfügung. Hiermit bilden sich die krankhaften neuen Blutgefäße zurück. So wird häufig ein Stillstand des Prozesses beobachtet, zuweilen gar eine Verbesserung.

Neben der Makuladegeneration gibt es noch eine ganze Reihe anderer Erkrankungen, welche das Lesen beeinträchtigen, wie Gefäßverschlüsse der Netzhaut oder des Sehnervs. Daneben können auch angeborene oder in früheren Lebensjahren erworbene Schäden die Lesefähigkeiten behindern.

Mit vergrößernden Sehhilfen versuchen wir, die Lesefähigkeit, Mobilität sowie Selbständigkeit zu erhalten, fördern und/oder wiederzugewinnen. Frau K. Nootbar, Augenoptikerin, erprobt bei unseren Patienten überkorrigierte Lesebrillen, Lupen, Fernrohrbrillen und bei der erweiterten Rehabilitation von Sehbehinderten auch ein elektronisches Bildschirm-Lesegerät bzw. eine elektronische Lupe.
Neben dem Ausmaß der Sehbehinderung sind der Wunsch nach Lesefähigkeit und die Geschicklichkeit des Patienten im Umgang mit Sehhilfen entscheidend für den Erfolg einer solchen Versorgung. Wenn auch eine starke Vergrößerung nicht mehr zum flüssigen Lesen ausreicht, kommt eines der neuen handlichen elektronischen Vorlesegeräte infrage.
Im Anschluss daran erstellen wir ein Gutachten über die individuell erforderlichen Maßnahmen. Dieses kann dazu dienen, zumindest einen Teil der Kosten von der Krankenkasse erstattet zu bekommen.

Unter www.lowvision.de und www.dbsv.org finden Sie weitere Informationen zum Thema Sehbehinderung bzw. zur Blindenhilfe. Eine Produkt-Übersicht über elektronische Hilfsmittel für Sehbehinderte und Blinde kann abgerufen werden bei Pro Retina Deutschland e.V., Kreuzberger Str. 14, 33619 Bielefeld, Email gerull@uni-bielefeld.de

Ausfälle im seitlichen Sehen, dem Gesichtsfeld, finden sich zuweilen an beiden Augen. Wenn sie nicht durch das Partnerauge ausgeglichen werden, so können sie entsprechend ihrer Ausdehnung und Anordnung ein erhebliches Risiko darstellen. Solche Störungen treten typischerweise bei neurologischen Störungen, z.B. nach Schlaganfall, bei denen dann eine Hälfte des Gesichtsfeldes oder Teilbereiche davon ganz fehlen. Für diese Betroffenen haben wir seit 2004 in unserer Orthoptik einen visuellen Reaktionstest entwickelt und im laufenden Betrieb, der zum einen die spontane Adaptation an diese Einschränkung messen lässt. Damit kann die Notwendigkeit eines Rehabilitationstrainings abgeschätzt werden. Zum anderen können wir hiermit den Erfolg der Rehabilitation ermitteln. Seit Mitte 2104 ist nun das professionalisierte Programm als VisioPercept®“ verfügbar.
Ergänzend empfehlen wir unseren Patienten eine Software für das individuelle Training zuhause. Mit “VisioCoach” können kompensatorische Augenbewegungen zur Verbesserung der räumlichen Orientierung selbständig zuhause trainiert werden. (www.visiocoach.de) Wir bieten unseren Patienten eine ausführliche Einweisung in das Trainingsprogramm sowie eine unterstützende Maßnahmen zur Genehmigung durch die gesetzlichen Krankenkassen.

Top